15 Rituale für die freie Trauung
Ines Farbaky
15 Rituale für die freie Trauung
Ines Farbaky
30. September | Lesezeit: 7 Minuten

15 Rituale für die freie Trauung

Freie Trauungen zeichnen sich durch viel Individualität und Platz für kreative Ideen aus. Dennoch kann es nicht schaden, sich Inspirationen für Rituale von anderen zu holen.

Klar, eine freie Trauung darf anders sein. Anders als das, was einem die Kirche oder der Staat vorschreibt. Anders als das, was alle anderen machen. Trotzdem muss man das Rad nicht neu erfinden. Freie Trauungen lassen viel Spielraum, wodurch sich schon einige Rituale herausgebildet haben. Wir haben hier die schönsten für euch gesammelt. Lasst euch inspirieren!

Hand in Hand

Manche Menschen erkennt man schon bei einer Berührung ihrer Hände. Mit einem Handabdruck vom Tag eurer Hochzeit könnt ihr die Erinnerung an eure freie Trauung festhalten. Dazu könnt ihr Materialien wie Papier, eine Leinwand oder Ton verwenden. Alternativ könnt ihr eine Skulptur anfertigen lassen.

Das Sandritual

Das Sandritual betont eure Zusammengehörigkeit mit dem Beginn der Ehe. Die beiden Ehepartner haben dabei jeweils ein Gefäß mit farbigem Sand. Während der Zeremonie schütten sie ihren Sand in ein größeres Gefäß, so dass sich die Farben untrennbar miteinander vermengen und etwas Neues daraus wird.

Am besten wählt ihr für das Sandritual zwei Farben, die gut zueinander passen. Eventuell könnt ihr erst Familienmitglieder und Trauzeugen bitten, ein wenig Sand – sozusagen als Basis für eure Beziehung – in das Gefäß zu geben. Vielreisende können selbstverständlich Sand aus ihrem letzten Urlaub nehmen.

Unity Painting

Seid ihr gern künstlerisch tätig? Beim Unity Painting erschafft ihr ein gemeinsames Bild, indem ihr Farben über eine Leinwand kippt. Im Endeffekt folgt das demselben Prinzip wie das Sandritual. (Doch Vorsicht, dass dabei keine Farbe auf euer Outfit tropft!) Abwandlungen sind zum Beispiel mit Gewürzen möglich, was bei einem kochbegeisterten Paar ausgezeichnet passen würde. Mutige (und dementsprechend Ausgebildete) könnten sogar eine kleine chemische Reaktion während der Trauung vorführen.

Hoch in den Himmel

Wer mit seinen Wünschen hoch hinaus möchte, kann das mit Luftballons (für den Tag) oder kleinen Papierlaternen (für den Abend) tun. Die Gäste können für dieses Hochzeitsritual kleine Zettel beschreiben und an ihren Ballon oder ihre Laterne binden.

Wollt ihr die Glückwünsche nach der Trauung lesen, könnt ihr sie auch mit Edding auf flache Steine  schreiben lassen. Die Steine werden wieder eingesammelt und können nach der Hochzeit zum Beispiel als Deko im Garten bleiben.

Pflanzen pflanzen

Hobbygärtner und Blumenmädchen werden diese Idee lieben: Pflanzt als Symbol eurer Ehe einen kleinen Baum, eine Blume o.Ä. Dieses Ritual passt ausgezeichnet zu einer Gartenhochzeit. Jedes Mal, wenn ihr später eine Runde durch euren Garten macht, werdet ihr euch an euren Hochzeitstag erinnern. Städter können ihre Pflanze natürlich einfach von einem kleinen in einen großen Topf umsetzen.

Besensprung

Dass der Bräutigam die Braut am Tag der Hochzeit über die Schwelle der Haustür trägt, ist ein Ritual, das viele kennen. Ähnlich funktioniert das über den Besen Springen, nur ist es deutlich einfacher während der freien Trauung durchführbar. Der Besen steht dabei für ein ordentliches Heim, dem sich das Brautpaar verpflichtet. Wenn die Frischverheirateten Hand in Hand darüber springen, wagen sie sozusagen den ersten großen Schritt ins gemeinsame Leben – und schwören, auf Haus und Hof achtzugeben.

Die Hochzeitskerze entzünden

Eine weitere Möglichkeit ist es, das bekannte Prinzip der Taufkerze auf die Hochzeit umzulegen. Das feierliche Entzünden der Kerze wirkt dann als symbolischer Akt, der die Wärme und Zuneigung der Eheleute verdeutlicht. Traditionell soll Licht auch böse Geister vertreiben. Wenn ihr besonders geschickte Hände habt, könnt ihr eure Hochzeitskerze gemeinsam herstellen und/oder verzieren. Nach der Hochzeit macht sie sich gut in eurem Heim.

Während des Entzündens kann eine kleine Geschichte, ein Spruch oder ein Segen vorgelesen werden. Besonders beliebt für freie Trauungen ist das Gedicht „Die Hochzeitskerze spricht“ von Hans Ketelhut (1972).

Im Kreis der Liebsten

Wenn ihr vor Ort genügend Platz habt, könnt ihr für dieses Ritual eure Gäste bitten, einen Kreis um euch zu bilden. Vielleicht dauert es ein wenig, bis sich alle koordiniert haben, aber das gibt euch ein ganz besonderes Gefühl, wenn ihr euch das Ja-Wort gebt. Bei vielen Geladenen könnt ihr mehrere Reihen bilden, konzentrische Kreise also. Besonders verbunden fühlt sich die Gruppe, wenn sich die Gäste an den Händen halten oder eine Hand auf die Schulter ihres Vordermannes legen.

Dieses Ritual lässt sich besonders vielfältig abwandeln. Zum Beispiel könnt ihr die Sessel grundsätzlich kreisförmig anordnen, nur enge Verwandte nach vorne bitten oder glückbringende Kräuter im Kreis verstreuen.

Handfasting

Bei diesem Ritual keltischen Ursprungs reicht sich das Brautpaar die Hand. Der oder die Traurednerin nimmt dann eine Schnur, ein Tuch oder ein Band jeglicher Art und knotet die Liebenden sozusagen aneinander. Selbstverständlich dürft ihr diesen Brauch nach eurem Geschmack abwandeln, ob es nun um die Art des Knotens geht oder die Person, die die den Knoten bindet. Wie wäre es etwa, wenn eure Eltern das Band erst aus verschiedenen Schnüren flechten?

© https://www.etsy.com/de/listing/907941162/handfasting-kordeln-aus-naturbelassener
Handfasting

Symbolik

Viele Rituale für die freie Trauung entfalten erst dann ihre volle Wirkung, wenn jemand die richtigen Worte zur Symbolik spricht. Ein guter Trauredner oder eine gute Traurednerin kann genau das für euch erledigen.

Das Wunschband

Beim Ringwarming werden die Eheringe an ein langes Band gefädelt. Dieses Band führt an allen Gästen vorbei, so dass jede und jeder von ihnen die Ringe weiterfädeln kann. So können dem Brautpaar gute Wünsche weitergegeben werden, wie in einer Art Segnung der Ringe.

Vielleicht möchtet ihr, dass alle eine Chance bekommen, ein paar Worte zu sagen, oder ihr lasst es stumm ablaufen. Wer möchte, kann währenddessen gemeinsam ein Lied anstimmen. Alternativ zum Band kann man auch die Ringbox oder ein Ringkissen herumreichen.

Scherben bringen Glück

Bei der Hochzeit Geschirr zu zerschmettern ist eine überraschend weitverbreitete Tradition. Man findet ähnliche Bräuche in Griechenland, Italien, aber etwa auch im Judentum. Der Radau soll böse Geister vertreiben. Gleichzeitig handelt es sich um ein Ritual, sich vom Alten zu verabschieden und Neues zu begrüßen.

Eine Box für schlechte Zeiten

Nehmt eine kleine Kiste und füllt sie mit allem, was euer Ehepartner nach eurem ersten Streit brauchen könnte – ein Fläschchen Wein und die Lieblingsschokolade, ein Brief, ein Gutschein für einen versöhnenden Kinobesuch. Vielleicht findet manch einer diesen Ansatz recht pessimistisch, doch schlechte Zeiten werden unweigerlich kommen. Wichtig ist allein, wie ihr damit umgeht. Übergebt eurem Schatz die Kiste während der Zeremonie als Versprechen, dass ihr gemeinsam alle Widrigkeiten überkommen wollt.

Alternativ könnt ihr eine Zeitkapsel von eurer Hochzeit zusammenstellen mit kleinen Erinnerungsstücken von eurem großen Tag. Wenn ihr die Box später mal durchseht, ist Nostalgie vorprogrammiert…

Das Feuerritual

Für das Feuerritual schreibt jeder Gast einen Wunsch für das Brautpaar auf ein Zettelchen. Danach wird das Papier in ein offenes Feuer geworfen, so dass der Glückwunsch-Rauch in den Himmel steigt. Mit Kräutern vermischt sorgt ihr außerdem für herrlichen Duft.

© https://www.tourmyindia.com/blog/seven-vows-hindu-wedding/
Feuerritual

Eingebrannt

Gut mit dem Feuerritual kombinierbar ist es, mit einem erhitzten Eisen eure Initialen in ein Stück Holz o.Ä. zu brennen. Damit habt ihr ein unvergessliches Andenken an euren großen Tag, das sich auch in Haus und Hof als Deko gut macht.

© https://www.etsy.com/at/listing/1277174441/custom-branding-iron-for-woodworkers?gpla=1&gao=1&&utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=shopping_at_de_at_-craft_supplies_and_tools-tools_and_equipment&utm_custom1=_k_Cj0KCQjwyt-ZBhCNARIsAKH1177q_sUoqPU_hQkBjcM_sORDIYaW9wIsOoeHwDiLbtwLQijG2U8FKfEaAvZgEALw_wcB_k_&utm_content=go_18067523898_140964560075_616792527105_aud-1340334211103:pla-295472666867_c__1277174441deat_422713907&utm_custom2=18067523898&gclid=Cj0KCQjwyt-ZBhCNARIsAKH1177q_sUoqPU_hQkBjcM_sORDIYaW9wIsOoeHwDiLbtwLQijG2U8FKfEaAvZgEALw_wcB
Hochzeitsritual - Burningritual

Fazit

Eine freie Trauung kann man sehr individuell ans Brautpaar anpassen. Trotzdem haben sich bereits einige Traurituale herausgebildet, von denen ihr euch inspirieren lassen, sie übernehmen und adaptieren könnt. Habt keine Scheu, eure eigenen Hobbys und Interessen einzubringen. Erfahrene Traurednerinnen und -redner können Braut und Bräutigam beim Ablauf der freien Trauung bei Bedarf weiter unterstützen.